Fragwürdiger PKV-Vergleich der Stiftung Warentest
Ein Kommentar der beamte.pro
Die Stiftung Warentest testet in ihrer aktuellen Ausgabe Tarife der privaten Krankenversicherung für Angestellte, Beamte und Selbstständige. Dabei kommt sie zu dem Schluss, die Mehrheit der Tarife sei nicht empfehlenswert. Die Reaktionen darauf ließen nicht lange auf sich warten und sind seitens unserer Branche – und von uns natürlich auch – vernichtend. Vor allem der „Test“ und das „Ergebnis“ bei den Beihilfe-Tarifen ebenso wie Falschaussagen beziehungsweise Falschbehauptungen, die den kompletten Artikel begleiten. Hier zeigt sich einmal mehr, dass man einen passenden Tarif nicht nach Tabelle oder Rating abschließen sollte.
Unvollständigkeiten, Nichtberücksichtigungen, völlig an der Realität vorbei
Die in dem Test genannten Versicherer und Tarife sind unvollständig. Es fehlen unter anderem wichtige Anbieter wie die Alte Oldenburger, Signal Iduna und Concordia als Topanbieter von Beihilfetarifen. Auch bewährte Tarife der AXA-DBV und der Universa fehlen, was völlig an der Marktrealität vorbei geht.
Völlig außer Acht gelassen werden beispielsweise wichtige Leistungsbereiche wie Kur- und Rehaleistungen, der Beihilfeergänzungstarif oder Hinweise auf versteckte Selbstbeteiligungen. Darüber hinaus gelten die in der Tabelle angegebenen Tarife und Beiträge nur für Beamte bestimmter Beihilfeträger, die auch stationäre Wahlleistungen erbringen – wie beim Bund, in Bayern, NRW oder Sachsen.
Beihilfeberechtigte aus Ländern wie dem Saarland oder Schleswig-Holstein können mit der Tabelle nur bedingt etwas anfangen. Referendare und Anwärter wurden erst gar nicht berücksichtigt. Die getesteten Tarifkombinationen repräsentieren maximal 2% aller Beamtinnen und Beamten.
Gesundheitszustand spielt nur eine untergeordnete Rolle
Der Gesundheitszustand wird in dem Test nur unzureichend berücksichtigt. Die Realität aus unserem täglichen Beratungsgeschäft mit fast 30 Jahren Erfahrung sieht völlig anders aus: Etwa 8 von 10 Interessenten haben bereits gesundheitliche Vorbelastungen. Kleine, mittelschwere oder schwere Vorerkrankungen verändern die komplette Situation – sowohl den Versicherungsbeitrag als auch die grundsätzliche Versicherbarkeit.
Unser Fazit: Vernichtend
Alles in allem fällt unser Fazit für diese Untersuchung der Stiftung Warentest vernichtend aus. Zusätzlich wird der Eindruck erweckt, spezialisierte Makler seien überflüssig und man solle direkt beim Versicherer abschließen – was in den meisten Fällen weder möglich noch sinnvoll ist.
Eine solche Vorgehensweise bringt nur Nachteile mit sich: Der Beitrag ändert sich nicht, ob mit oder ohne Makler. Die Vorteile der Konsultation eines spezialisierten Versicherungsmaklers sind jedoch erheblich: KEINE Zusatzkosten, umfassende Marktkenntnis, individuelle Risikobewertung, Haftung bei Fehlberatung, bessere Erreichbarkeit als beim Versicherer direkt und langfristige Betreuung.
Wer sich auf einen solchen oberflächlichen Test verlässt und nach Tabelle „einkauft“, könnte das später bitter bereuen – besonders angesichts der aktuell volatilen Beitragsentwicklungen in der PKV-Landschaft.
Daher unsere klare Empfehlung: IMMER zuerst einen spezialisierten Makler konsultieren.


